Hilfe, meine Daten sind weg…

von Tobias Schlereth | in Tips und Tricks, Windows Hilfe | am 21.11.2009

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Ich denke es gibt kaum einen Anwender, der nicht schonmal Murphy’s Law (”Everything that can go wrong, will go wrong”) zu spüren bekommen hat. Oftmals löscht man ausversehentlich Dateien, die leider nicht im Papierkorb landen, und so nicht wiederherstellbar sind… Es liegt aber nicht immer nur an dem Anwender, denn Windows-Fehler, Anwendungsfehler und vieles mehr können auch zum Datenverlust führen. Die Datensicherung ist zu diesem Zeitpunkt natürlich ca. ein halbes Jahr alt und die wichtigste Datei wurde nicht gesichert. Was nun?

Vorerst gibts keinen Grund zur Panik… Wenn eine Datei durch das Betriebssystem gelöscht wird, wird lediglich der Verweis auf die Datei gelöscht und der von der Datei belegte Speicherplatz freigegeben. Ähnlich ist es auch nach einer Formatierung… Die Informationen auf den Magnetplatten ist physikalisch noch vorhanden, der Speicherplatz wurde allerdings als frei definiert. Die Daten sind erst dann unwiederruflich gelöscht, wenn sie überschrieben wurden. Man darf deshalb auf keinen Fall Programme installieren oder Dateien auf die Festplatte schreiben, da man Gefahr läuft, die Daten auf der Festplatte zu überschreiben. Das heist aber nicht automatisch, dass nach einer Installation alle Daten weg sind… Das Betriebssystem schreibt nicht zwingend sofort auf frisch frei gewordene Speicherbereiche die neuen Daten. Es besteht also auch die Möglichkeit, nach 2 Wochen noch Daten wiederherstellen zu können, die Erfolgsquote wird dadurch allerdings geringer.

Was sollte man nach einem Datenverlust unbedingt vermeiden?

  • keine Dateien mehr auf dem entsprechenden Laufwerk speichern
  • keine Programme auf dem betroffenen Laufwerk installieren
  • das System, wenn möglich, nicht mehr neustarten

Nun stellt sich die Frage, wie man nun eine Datenrettungssoftware installieren soll? Ich empfehle diese auf jeden Fall auf einer anderen Partition zu installieren oder ggf. einen Rettungs-USB-Stick zu verwenden. Beide Versionen legen zwar Dateien auf der Systempartition ab, diese sind aber deutlich geringer als bei einer Programminstallation. Am Besten ist es natürlich, wenn man schonmal eine Datenrettungssoftware vorinstalliert hat und diese im Notfall direkt starten kann. Diese Punkte sind natürlich  nur relevant, wenn der Datenverlust auf der Systempartition passiert ist. Bei einer ext. Festplatte oder einem USB-Stick  muss man sich natürlich keine Gedanken über eine Installation auf der Systempartition machen.

Wann kann eine Datenrettungssoftware nicht mehr helfen?

  • die Daten wurden mit einem speziellen Datenshredder gelöscht
  • die Festplatte ist physikalisch beschädigt
  • die Festplatte wurde Low-Level formatiert

Nun kommen wir zum eigentlichen Retten der Daten… Ich habe hierbei ein paar Tools getestet und empfehle hier für Anfänger sowie Fortgeschrittene ArchiCrypt Rescue-Master 2010. Ich war natürlich vorerst auf der Suche nach einem Freeware-Tool. Hierbei bin ich auf PC Inspector FileRecovery und Recuva gestoßen… Beide konnten mich leider nicht wirklich überzeugen. Der PC Inspector hatte Probleme mit dem NTFS-Dateisystem und ich hatte dort keine Möglichkeit, meine Festplatten nach Daten zu durchsuchen. Für USB-Sticks und Memory Cards ist das Tool bestimmt nützlich, in meinem Fall konnte es mir leider nicht weiterhelfen.

Recuva war da schon ein bisschen besser, hier konnte man sogar auswählen, ob man Bilder, Musik, Dokumente und vieles mehr retten möchte. Ich konnte mit dem Tool leider auch nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Letztendlich bin ich auf ArchiCrypt Rescue-Master 2010 gestoßen und habe das Tool ausprobiert.

Der Rescue-Master ist sehr übersichtlich und einfach aufgebaut. Man hat die Möglichkeit zwischen einem Partitionsmodus und einem Laufwerksmodus zu wählen, um so an der richtigen Stelle nach Daten zu suchen.

rescue-master

Es stehen drei Suchverfahren zur Verfügung, die am linken Rand ausreichend beschrieben werden. Je nach Härtefall des Datenverlustes kann man sich für ein Suchverfahren entscheiden und schon beginnt der Rescue-Master mit dem Suchen nach gelöschten Dateien. Danach werden alle gefundenen Dateien aufgelistet und mit einem Mausklick können sie ganz leicht wiederhergestellt werden.

Sehr schön finde ich am Rescue-Master, dass man die Möglichkeit hat, einen Rettungs-USB-Stick zu erstellen. Dieser wird im Notfall an den PC angeschlossen und kann ohne weitere Installation gestartet werden. Außerdem bietet das Tool die Möglichkeit ein Abbild des entsprechenden Laufwerks zu erzeugen, um so zu gewährleisten, dass keine Daten mehr überschrieben werden können.

Während der Arbeit mit dem Tool hatte ich nur ein Problem. Bei relativ großen Festplatten (> 250 GB) bekommt man schnell ein Performance Problem, da hier schnell der Arbeitsspeicher voll ist und dann das Tool einfach mit der Meldung “Zu wenig Arbeitsspeicher” abstürzt. Das ist ziemlich ärgerlich, wenn es vorher ca. 6 Stunden nach verlorenen Dateien gesucht hat ;-). Ansonsten kann ich den Rescue-Master 2010 von ArchiCrypt nur empfehlen.

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